„Oma, was ist ein Eisbär?“

In der Hoffnung, dass diese Frage auch in Zukunft eine Scherzfrage bleiben wird, machten wir uns am Freitag, den 20. September mit über 300 Schülerinnen und Schülern unseres Gymnasiums auf nach Aalen, um dort um 14 Uhr Teil der weltweiten Klimaprotestbewegung zu sein. Die Jugendbewegung "Fridays for future" hatte für diesen Tag alle Generationen dazu aufgerufen, mit ihr zusammen auf die Straße zu gehen und so den Forderungen nach durchgreifenden Maßnahmen zum Klimaschutz Nachdruck zu verleihen. In Aalen hatte ein breitaufgestelltes Bündnis aus Vertretern von "Fridays for future" und zahlreichen weiteren Aktionsbündnissen eine Kundgebung vor dem Aalener Rathaus geplant und vorbereitet.

Die Sonne schien an diesem Tag besonders Werbung für ihre erneuerbaren Energiequalitäten machen zu wollen und versorgte auch uns mit ausreichend Energie, um unsere Sorgen, Hoffnungen und Forderungen lautstark vortragen zu können. Viele Klassen hatten sich schon die ganze Woche vorbereitet und Plakate und Banner für den Protestmarsch gestaltet. Die spontan gegründete "Klimastreik-Band" mit Isabel dos Santos (Gesang), Luca Dürr (E-Gitarre), Jonas Lechner (Schlagzeug, als Gast von der Justus-von-Liebig-Schule) und Teresa Nar (E-Piano) stimmte mit dem Lied "Imagine" von John Lennon auf die Kundgebung ein. Es folgten Statements verschiedener Aktionsbündnisse und ein kritisches Interview mit Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Zu den Klängen von Tracey Chapmans Song "Talkin' bout a revolution" setzte sich die Menge zu einem Protestmarsch durch die Aalener Innenstadt in Bewegung. Es war beeindruckend wie sich vor allem unsere Kleinsten, allen voran die neuen Fünftklässler - gerade mal eine gute Woche an der Schule - im Klassenverband lautstark zu Wort meldeten und "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" skandierten. Der Marsch endete wieder vor dem Aalener Rathaus, wo die Veranstaltung mit verschiedenen Reden und Liedern ihren Abschluss fand. Bewegend war eine Stille, die nach den lauten Parolen der über 1000 Teilnehmer besonders berührte.

Vielen Anhängern der Klimaschutzbewegung gehen die von der Bundesregierung am 20. September beschlossenen Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas nicht weit genug. Sicherlich sind viele Folgen unseres ressourcengierigen und maßlosen Lebensstils auf dieser Erde heute noch gar nicht voll absehbar. Umso wichtiger ist es, sich im Zusammentreffen mit Menschen, die dieselben Wünsche für unsere Erde haben, gegenseitig zu bestärken, nach Kräften immer wieder am eigenen Verhalten zu arbeiten und achtsam und liebevoll mit Gottes Schöpfung, uns anvertraut, umzugehen.

Julia Forcht, Oliver Stamm, Teresa Nar

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