Lucia trotzt Corona!

 

Jedes Jahr am 13. Dezember feiert die katholische Kirche den Gedenktag der heiligen Lucia, deren Name übersetzt »die Leuchtende« bedeutet. Der Legende nach lebte die heilige Lucia als junge Christin im 3. Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien. In einer Zeit der Christenverfolgung, als viele Christen sich versteckt halten mussten, versorgte sie diese Menschen in den Katakomben mit Lebensmitteln. Damit sie die Hände zum Tragen frei hatte, setzte sie sich einen Kranz mit Lichtern auf den Kopf.

Vor allem in Schweden wird der 13. Dezember besonders gefeiert – und jedes Jahr feiern die fünften Klassen unserer Schule diesen Tag ebenso gern, normalerweise mit einem Gottesdienst nach Schulschluss in der Kirche, an dem auch Eltern, Verwandte und die Schulgemeinschaft teilnehmen können, mit einem anschließenden Lichterumzug durch Abtsgmünd und dem Ausschank von Punsch und dem Verspeisen leckerer Krapfen. Das alles war dieses Jahr leider nicht möglich. Aber die fünften Klassen wollten trotzdem etwas Besonderes machen. Unermüdlich probten sie mit ihrer Musiklehrerin Frau Mudge-Kolb Lucia-Lieder im Unterricht. Dabei wurde nicht nur fleißig (mit Maske!) gesungen, sondern ebenso ausdauernd musiziert. Da durften ein Cello, eine Geige, eine Trompete und ein Klavier nicht fehlen. Eifrig wurde auf Glockenspielen und auf vielen weiteren Instrumenten geprobt. Die Schüler nutzten wirkliche jede noch so kleine Pause, um die Lieder auf ihren Instrumenten einzustudieren!

In den ersten beiden Stunden am 14. Dezember war es dann soweit. In der Aula feierten die Fünftklässler „ihre“ Luciafeier. Nur für sich allein, aber trotzdem in festlichem Rahmen und mit dem dazugehörigen Ernst. Als besonderen Gast durften die Schüler Herrn Cataldo begrüßen, der sich beim „Santa-Lucia-Singen“ sicherlich an seine Zeit in Italien zurückversetzt fühlte.

Die Kinder spielten wunderschön und gaben sich reichlich Mühe, trotz Maske die Lieder klar und verständlich zu singen. Die beiden Lucias trugen auch tatsächlich Lichterkränze auf ihren Köpfen und alle, die etwas vortragen durften, taten dies mit Inbrunst und mit lauter, deutlicher Stimme. Zum Abschlusssegen standen alle andächtig auf – und freuten sich, dass trotz aller Widrigkeiten die Feier hatte stattfinden können!

Simone Moses

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