Stückchen 2020

 

Kurz bevor die Schule im Ausnahmezustand versank, konnten die zwei Literatur-und-Theater-Kurse noch ihren alljährlichen Stückchen-Abend durchführen.

Im ersten Teil zeigte die J1 ein vielseitiges Programm mit nachdenklichen Liedern, Szenen, die darauf aufmerksam machen, dass manche besondere Gabe, wie das Gedankenlesen, nicht nur von Vorteil ist oder die alte Erinnerungen wieder aufleben lassen, außerdem eine selbst geschriebene Kurzgeschichte und eine gemeinsame Choreografie.

Nach der Pause gab es eine ganz besondere Premiere. Zum ersten Mal an unserer Schule wurde ein selbst ausgedachtes, aufgeschriebenes und inszeniertes Stück aufgeführt: „Cyberstilzchen“! Das Märchen ist ja bekannt, in dem ein armer Müller seine Tochter an einen König verkauft, indem er ihm vorgaukelt, sie könne Stroh zu Gold spinnen. Übertragen in unsere Zeit: Was passiert, wenn ein arbeitsloser Alkoholiker einem Hightechmanager seine nicht auffällig begabte Tochter andreht, damit sie ein empathisches Handy baut und der Vater dadurch zu Geld kommen kann? Zum Glück hilft ihr der schlaue Praktikant, der mehr kann als nur Kaffeetassen einzusammeln. Aber wie könnte wohl das Passwort lauten, mit dem er sich die Patente sichert? Etwas mit Rumpel... oder so ähnlich?

Die fünf Schauspielerinnen und Schauspieler der J2 waren brillant in ihren Rollen: Leonard Seitz als leicht desorientierter, aber doch geschäftstüchtiger Alkoholiker, Amelie Antoni als tatkräftige Sekretärin, Sonali Märkle als einfaches Mädchen, das plötzlich naturwissenschaftliche Höchstleistungen erbringen soll, Philipp Däschle als ehrgeiziger Manager und Benedikt Müller als verschlagener, aber genialer Praktikant. Kurzweilig wurde das Stück auch durch zwei Tanzchoreographien und den Rap von Richard, dem Praktikanten: „Ach wie gut, dass niemand weiß...“

Ach wie gut, dass zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, wie die kommenden Wochen werden würden!

Julia Forcht

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